Krisenkommunikation zu #Gerigate: Chefredakteure auf dünnem Eis

Mit der Affäre #Gerigate haben mindestens vier Chefredakteure und ein Ex-Chefredaktor ihre Glaubwürdigkeit verloren. Der Fall Geri Müller bringt sie in arge Erklärungsnot. Aus Sicht Krisenkommunikation verfolgen sie unterschiedliche Strategien, um sich aus der Affäre zu ziehen. Alle wirken bisher unglaubwürdig und schüren den Verdacht der Manipulation.

Für die Öffentlichkeit ist es schwierig, ein klares Bild rund um den Fall Geri Müller zu bekommen. Viel wurde an einem wichtigen Kernproblem vorbei geschrieben, das die Geschichte in einmaligem Ausmass aufzeigt: Die Verstrickung von hochrangigen Journalisten mit Spin-Doctoren, die Stories steuern und Medien, die sich beeinflussen lassen. Journalisten würden es vermutlich «Filz in der Chefetage» nennen oder ähnlich. Eine Tatsache, die in der Branche bestens bekannt ist, der Öffentlichkeit meistens jedoch verborgen bleibt. Es liegt in der Natur der Sache, dass kaum eine Zeitung off- oder online ein Interesse daran hat, diese medienethisch wesentliche Frage zu durchleuchten oder kritisch zu hinterfragen. Sie wäre von grossem öffentlichen Interesse – und gerade im #Gerigate-Krimi lässt sie sich hochspannend erklären. Immer offensichtlicher kommt zum Vorschein, wie sehr diverse Medien selber in «Gerigate» verwickelt sind und in Erklärungsnot geraten. Daher lohnt sich ein Blick auf deren Krisenkommunikation.

Die Krisenkommunikation von Geri Müller wurde an dieser Stelle bereits ausführlich analysiert. Obschon die Geschichte – groteskerweise dank seiner persönlichen Gegner – immer neue Wendungen erfährt: Für Geri Müller besteht für wenig Aussicht darauf, dass er seine Ämter als Stadtammann von Baden oder gar Nationalrat der Grünen wird halten können. Zu stark ist sein Ansehensverlust. Überdies ist fraglich, ob er angesichts der enormen psychischen Belastung aufgrund der fortdauernden Schlagzeilen überhaupt in der Lage ist, die Funktionen noch wahrzunehmen. Zwar kann er darauf hoffen, dass er vor Gericht eines Tages Recht bekommt in Sachen Persönlichkeitsverletzung. Eine solche Genugtuung käme auf jeden Fall zu spät, wie das Beispiel des Deutschen Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff zeigt. Längst scheint Geri Müller für sein Fehlverhalten – den Austausch von Nacktbildern mit einer Chat-Partnerin – durch die ausufernde, skandalisierende Medienberichterstattung mehr als gestraft zu sein. Dem hätte ein Rücktritt ganz zu Beginn wahrscheinlich entgegengewirkt. Geri Müller hätte so die Chance für einen Neustart erhalten, über den die Wählerinnen und Wähler hätten entscheiden können. Über die fragwürdige Rolle der Chat-Partnerin auf der anderen Seite existieren nach wie vor eher widersprüchliche Angaben in den Medien.

Ein besonderer Fokus liegt inzwischen auf den Chefredaktoren der «Schweiz am Sonntag» (AZ Medien), «SonntagsZeitung» (Tamedia), «Blick» (Ringier) und «Weltwoche». Bereits früh unter Druck geriet Patrik Müller, weil er die Geschichte aufgrund dünner Faktenlage publik gemacht hatte, was zu kontroversen Diskussionen führte. Durch auffällig tendenziöse Berichterstattung rückte sich letzte Woche auch Blick-Chefredaktor René Lüchinger in den Fokus; er griff auffällig oft höchstpersönlich in die Tasten. Derweil nahm die «Weltwoche» Geri Müller am Donnerstag überraschend in Schutz. Am Sonntag nun versuchte sich SonntagsZeitungs-Chef Arthur Rutishauser in offensiver Schadensbegrenzung. Aus zahlreichen Artikeln der letzten Woche wird ersichtlich, dass in den Medien grosse Nervosität herrscht. Grund genug,die Krisenkommunikation der einzelnen Beteiligten etwas genauer zu analysieren.

Patrik Müller: Intransparent, rechtfertigend, widersprüchlich

Am stärksten unter Druck ist der Chefredaktor der Schweiz am Sonntag, zumal er auch von einzelnen ebenfalls involvierten Medien in den Fokus gerückt wurde. Patrik Müllers «Primeur», der per se heftig umstritten ist, löste die unaufhaltsame Medienlawine aus. Liest man den initialen Artikel, basiert die Publikation primär auf moralischen Vorwürfen – dem Fehlverhalten Geri Müllers im Büro – und dem Verdacht auf Amtsmissbrauch, der sich rasch in Luft aufgelöst hatte. Eine Woche später nun, klingt die Begründung von Patrik Müller ganz anders: «Das Wesentliche ist nicht die Moral. Im Kern geht es um Politik.»  Patrik Müller lässt nicht den Hauch von Selbstkritik aufkommen, gibt sich selbstbewusst über alle Zweifel erhaben. So wirkt sein Kommentar wie eine lange, widersprüchliche nachträgliche Rechtfertigung.

Doch Patrik Müller hat ein schwerwiegenderes Problem: Die Geheimniskrämerei um die Quellen für seine Story wird zum Bumerang. Im Interview mit Persönlich.com wimmelte er die Frage nach einer Verbindung zu PR-Berater Sacha Wigdorovits mit dem Hinweis auf «wilde Verschwörungstheorien» ab. Exakt mit derselben Argumentation stritt auch der PR-Berater seine Beteiligung in der Causa Geri Müller ab mit den Worten: «Die TA-Geschichte ist frei erfunden». Nun macht die SonntagsZeitung publik, dass Sacha Wigdorovits der Chat-Partnerin Ende voriger Woche eine SMS geschrieben habe: Er «sitze gerade bei Patrik Müller, dem Chefredaktor.» Inzwischen hat sich diese Tatsache, wie so viele Widersprüche, offiziell bestätigt. 

Fazit: Patrik Müller hat sich ordentlich in die Zwickmühle manövriert, aus der er nur noch schwer herauskommen dürfte. Die Schweiz am Sonntag hat ein massives Glaubwürdigkeitsproblem. Müllers Zeitung machte übrigens am Sonntag mit angeblichen Morddrohungen u.a. gegen Wigdorovits auf, welche in anderen Medien schon am Samstag online zu lesen waren. Nicht ganz aktuell, aber passend ins Schema. Insgesamt wird es Patrik Müller schwer haben, sich vom Verdacht der Manipulation zu befreien. Dies umso mehr, weil er sich offenkundig auch Geri Müller gegenüber journalistisch fragwürdig verhalten hat. Die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, dass Patrik Müller mehr an Glaubwürdigkeit eingebüsst hat als Geri Müller und sein Amt noch vorher abgeben muss.

 

Arthur Rutishauser: Durchtriebene Strategie, Anlass für Spekulationen

Auf den erstem Blick geschickt kommuniziert SonntagsZeitungs-Chef Arthur Rutishauser. «Geri Müller ist Opfer einer Polit-Intrige», steht auf seiner Titelseite. Den Grossteil des Textes ist den Ausführungen von Sacha Wigdorovits gewidmet, der sich ausführlich als Opfer der jungen Frau und ungenannter ominöser «Drahtzieher» darstellen kann. Ebenso der Haupttext innen. Im Kommentar kritisiert Rutishauser die Herren Wigdorovits und Bollag vermeintlich harsch, um gleich wieder zu relativieren. Ihnen seien wohl «in der Hitze des Gefechts» die Sicherungen durchgebrannt, die Herren sollten sich doch einfach entschuldigen wie Geri Müller. In der Rubrik Medienmacher ortet die SonntagsZeitung mit Patrik Müller einen Mitschuldigen, der nun einen Bumerang kassiere: «Liess sich die Schweiz am Sonntag für die Interessen der Lobbyisten einspannen?», fragt die SonntagsZeitung kleinlaut. Dieser Fingerzeig könnte genausogut für die SonntagsZeitung zum Bumerang werden. Denn sie macht es sich etwas einfach. Zurück bleiben vor allem viele ungeklärte Widersprüche in den Ausführungen von Sacha Wigdorovits, der seine Hände ergiebig in Unschuld waschen darf. Es könnte der Eindruck entstehen, dass Rutishauser die Offensive und oberflächliche Kritik an Sacha Widgorovits durchtrieben orchestriert und von eigenen Verstrickungen ablenkt. Jedenfalls twitterte Nationalrätin Jacqueline Badran umgehend: «@rutishau keine Flüge mehr im Privatjet zusammen oder einfach clever?»

Fazit: Arthur Rutishauser fährt eine vordergründig clevere Strategie, die den Eindruck von «Unabhängigkeit» erweckt. Ob sie aufgeht, wird sich weisen. Sie dürfte nicht reichen, um den SonntagsZeitung-Chefredaktor vollständig vom Verdacht zu entlasten, er lasse sich instrumentalisieren. Zumal es nicht das erste Mal ist, dass der Verdacht bei Rutishauser ruchbar wird. Rutishauser kann seinen Kopf nur noch retten, indem er sich selber Asche übers Haupt streut – und entsprechende Konsequenzen zieht, um seine Glaubwürdigkeit wieder herzustellen.

 

René Lüchinger: Nicht up to date, warum?

Die Blick-Gruppe fuhr letzte Woche eine offensichtliche Kampagne gegen Geri Müller. Die Blick-Leser haben bis heute hingegen praktisch nichts über die Hintergründe und Hintermänner in der Geschichte erfahren. Aktueller Stand der Leserschaft: PR-Berater Sacha Wigdorovits hat nichts mit der Sache zu tun und ortet eine Verschwörung (auch der Sonntagsblick verspürte wenig Lust, die Hintergründe zu beleuchten). Da stellt sich die Frage nach dem Warum? Bemerkenswert ist, dass Blick-Chefredaktor René Lüchinger fleissig selber in die Tasten greift – und selbst eine Infografik textet, in welcher er vorkommt. Sollte sich herausstellen, dass Lüchinger in der Sache direkten Kontakt mit seinem «alten Bekannten» (Tages-Anzeiger) Sacha Wigdorovits hatte, hätte er diese Verbindungslinie „vergessen“. Gegenüber Persönlich.com erklärte Lüchinger, der Blick habe auf die Geschichte u.a. deshalb verzichtet, weil es sich um einen Grenzfall des Persönlichkeitsschutzes handle. Dafür fährt er danach eine Woche lang eine Kampagne gegen Geri Müller. Und schreckt auch nicht davor zurück, ohne jeden relevanten Grund dessen Partnerin ins Rampenlicht zu zerren (anfangs noch mit ausgeschriebenem Namen).

Fazit: René Lüchinger ist nicht auf der Höhe der News, weshalb auch immer. Die doppelmoralische Berichterstattung wirkt wie der krampfhafte Versuch, von anderen relevanten Tatsachen in #Gerigate abzulenken. Er muss sich die Frage gefallen lassen, ob da Involvierte bewusst geschützt werden und andere ebenso bewusst „gebasht“. Seine Zeit für Erklärungen und Krisenkommunikation steht wohl noch bevor.

 

Roger Köppel: auf den ersten Blick geschickter Schachzug

Weltwoche-Chef Roger Köppel und sein Stellvertreter Philipp Gut gehörten ebenfalls zum Kreis der Chefredakteure, die längst von den Nackt-Selfies aus Baden wussten. Am Donnerstag zeigte sich Köppel gnädig und verkündete: «Im Zweifel für Geri Müller». Die Weltwoche zeichnete Geri Müller als Terror-Opfer einer rachsüchtigen, krankhaften Chat-Freundin. Abgesehen davon, dass die Geschichte nach Ansicht Weltwoche nicht hätte publiziert werden dürfen, klammerte sie die Hintergründe aus. Roger Köppel: «Der Fall Müller zeigt, dass es hinter den Kulissen nicht gutmenschlich, sondern zum Glück nur menschlich zugeht.» Ob er das heute auch noch so schreiben würde, bleibe dahingestellt. Denn der «Tages-Anzeiger» schreibt am Montag, dass die Weltwoche die Geschichte selber bereits am 14. August – also noch vor der Schweiz am Sonntag – habe bringen wollen und anscheinend wegen drohender rechtlicher Schritte darauf verzichtet hatte. 

Fazit: Der erste Schachzug von Roger Köppel und seinem Stellvertreter Phillip Gut schien geschickt, indem sie einen Kontrapunkt zum Medien-Mainstream setzten. Sie warben für «Augenmass und Toleranz» im Fall Geri Müller warben und den Fokus auf die Chat-Partnerin und deren seltsames Verhalten legten. Die neusten Erkenntnisse zeichnen nun ein komplett anderes Bild, eines von besonders grosser Scheinheiligkeit und Doppelmoral. Auch die Weltwoche schüttete bei Lichte betrachtet nur einen Kessel Wasser auf die Mühlen von Intransparenz und Vertuschung. Im Gegensatz zu den anderen Chefredaktoren hat Roger Köppel als «eigener Chef» allerdings wenig Konsequenzen zu befürchten.

 

Sacha Wigdorovits: Krisenkommunikation voller Widersprüche 

Ob man es «Lüge» nennen will, «Unwahrheit», «nicht präzise» oder «unvollständig» – diese Beurteilung sei den Medienkonsumenten überlassen. Erstaunlich jedenfalls ist, wie viele Fehler der «PR-Fuchs» bei der Krisenkommunikation in eigener Sache begeht und sich dabei immer wieder in neue Widersprüche verwickelt. Da wirft er anderen vor, was er selber praktiziert. Abstreiten. Drohen. Nur zugeben, was gerade publik wird. Salamitaktik. Die Schuld auf alle anderen abschieben. Nicht ungeschickt, präsentiert er sich als unschuldiges Opfer von allem möglichen. Doch angesichts der vielen Widersprüche funktioniert das nicht, vor allem nicht bei Brancheninsidern. Ein Beispiel: Wieso sagt er, der Fall habe ihn nicht interessiert, er wolle nichts mit der Sache zu tun haben – und lässt sich von Geri Müllers Chat-Partnerin dann doch Kopien von Bildern und Chatverlauf aushändigen und weibelt bei Chefredaktoren in der Sache? Sagenhafte Widersprüche.

Fazit: Jede andere öffentliche Person würde in den Medien für solch widersprüchliches und seltsames Kommunikationsverhalten kritisiert, hinterfragt  und «seziert». Sacha Wigdorovits kann es sich solches Verhalten offenbar leisten – und erhält bei den diversen Medien trotzdem unkritisch hinterfragte Plattformen. Mit Mitleid darf er dennoch nicht rechnen. Auch in der PR-Branche dürfte man über solch unprofessionelles Verhalten den Kopf schütteln. Doch der PR-Berater scheint sein dichtes Netzwerk weiterhin zu nutzen, womit sich der Kreis zur ungemütlichen Situation der involvierten Chefredakteure schliesst. Letzteren ist es in dieser eskalierten Geschichte bis heute nicht gelungen, den Verdacht der Instrumentalisierung zu widerlegen. Oder insgesamt glaubhaft darzulegen, welche Lehren sie aus #Gerigate zu ziehen gedenken. Somit bleibt ein gravierendes Glaubwürdigkeitsproblem bestehen, das vermutlich weder die vorgesetzten Verleger noch die unterstellten Journalisten freut.

Offen bleiben muss an dieser Stelle, ob weitere Medien direkt in den Fall involviert sind. So hat beispielsweise die Basler Zeitung als erste exklusiv und ohne Quellenangabe über abschätzige Kurznachrichten berichtet, die Geri Müller während einer Reise mit Diplomatenpass aus Syrien und Libanon verschickt haben soll. Und auch die «20 Minuten»-Chefredaktion bot PR-Berater Wigdorovits auffällig lange eine prominente, unkritisch begleitete Plattform.

 

Kommentar: «Chefredaktoren setzen Errungenschaften der Pressefreiheit aufs Spiel»

«Die Pressefreiheit soll die freie Meinungsbildung gewährleisten.» In der Demokratie gehört sie zu den wichtigsten Freiheitsrechten. Dieses Recht wird ausgerechnet von führenden Chefredakteuren im Land in fragwürdiger Weise ausgenutzt. Sie stehen im Verdacht, sich für einzelne Interessen einspannen zu lassen und die öffentliche Meinung übermässig zu manipulieren. Dies zeigt das Beispiel der «Causa Geri Müller» immer offensichtlicher. Deshalb ist #Gerigate wesentlich bedeutender als der ursprüngliche Anlass, den der Austausch von Nacktbildern eines Nationalrats und Stadtpräsidenten zu Tage förderte. Aus #Gerigate entwickelt sich definitiv #Mediengate. Die grossen Bemühungen seitens der Involvierten, die Hintergründe zu vertuschen, zu rechtfertigen und schön zu reden schüren den Eindruck, es handle sich nur um die Spitze des Eisbergs.

Wenn Medien die Errungenschaften der Pressefreiheit fahrlässig aufs Spiel setzen, riskieren sie ihre Glaubwürdigkeit. Sie hintergehen ihre Leser, sie führen die Öffentlichkeit hinters Licht, sie zerstören Menschen und Lebenswerke – selbst wenn wie im Fall Geri Müller kein Verbrechen oder Vergehen vorliegt. Damit treten Journalisten ihre Sonderrechte mit den eigenen Füssen. Sie missbrauchen ihre Macht als vierte Gewalt im Staat. Im Zeitalter der digitalisierten Medien geht dies wegen der Skandalisierungsdynamik einerseits sehr schnell, die Hemmschwelle ist tief. Darüber sollte die Medienbranche einen selbstkritischen Diskurs führen. Andererseits sind Manipulationen glücklicherweise nicht mehr so einfach. Die Chancen, dass eines Tages die Wahrheit ans Licht kommt, stehen immer besser. 

Wollen sich Medien nicht dem Vorwurf der Doppelmoral aussetzen, können sie deshalb nicht mehr nur nach Transparenz rufen und mit dem Finger auf Akteure zeigen. Medien werden im Zeitalter der Transparenz selber durchsichtiger. Dieses Zeichen der Zeit müssten die Redaktionen erkennen, um sich höchste Glaubwürdigkeit zu wahren. Denn die ist zentral, wenn es beispielsweise darum geht, tatsächliche Missstände aufzudecken oder für ihre Leserschaft Einordnungen zu relevanten Vorkommnissen vorzunehmen. 

Ebenso wie auf die Medien, hat das digitale Zeitalter Auswirkungen auf die Art und Weise, wie moderne Krisenkommunikation erfolgreich funktioniert. Jene, die zu manipulieren versuchen, vertuschen und lügnen oder Medien instrumentalisieren, erzielen höchstens noch kurzfristige Erfolge. Das ist alte Schule. Nachhaltige Glaubwürdigkeit kann in schwierigen Situationen nur noch schaffen, wer hinsteht, zu allfälligen Fehlern steht und Transparenz schafft. Das bedeutet: Nicht nur glaubwürdig kommunizieren, sondern auch entsprechend handeln. Patrik Müller und Co. stehen mit ihrer gegenteiligen Strategie auf dünnem Eis, das demnächst einzubrechen droht. Tamedia, AZ Medien und Ringier werden sich sicherlich mit der Frage auseinandersetzen, ob ihren redaktionellen Spitzen Köpfe leisten können, die das Ansehen ihrer Aushängeschilder und des Berufsstandes der Journalisten dermassen gefährden. 

Weitere Beiträge zum Thema:
«Wie die Affäre Gerigate in die Medien kam» (Tages-Anzeiger/Der Bund, 25.8.2014)
«Acht Tage voller Peinlichkeiten» (NZZ, 26.8.2014)
«Gerigate – ein Märchen für Erwachsene» (Südostschweiz, 26.8.2014)
«Wenn von „jüdischen Kreisen“ die Rede ist» (Magazin-Blog, 26.8.2014)
«Juden im Blick» (Die Wochenzeitung, 27.8.2014)
«Ohne Privatheit stirbt die Freiheit» (Weltwoche, 28.8.2014)
«Krisenkommunikation in eigener Sache» (Comexperts, 27.8.2014)
«Der Berater» (Tages-Anzeiger/Newsnet, 29.8.2014)
«#Gerigate: Die „Schweiz am Sonntag“ als Wiederholungstäterin» (publicFairness, 29.8.2014)
«Gerigate, die Weltwoche und der Persönlichkeitsschutz» (Medienwoche, 1.9.2014)
«Tritt Geri Müller jetzt ab, wird armseliger Journalismus belohnt» (NZZ am Sonntag, 7.9.2014)
«Gerigate entzweit Weltwoche-Chef Roger Köppel und Urs-Paul Engeler» (Berner Zeitung, 18.9.2014)
«Mediale Kehrtwende mit personellen Folgen» (NZZ am Sonntag, 26.10.2014)
«Medienschlacht mit intimen Chats» (NZZ am Sonntag, 2.11.2014)
«Affäre Geri Müller: Das Handy-Protokoll der Chat-Partnerin» (NZZ, 12.11.2014)
«Wer waren die Strippenzieher der Nacktselfie-Affäre» (SRF Rundschau, 12.11.2014)
«Eine Aussage und 5 Screenshots, die Sacha Wigdorovits auffliegen lassen» (watson.ch, 14.11.2014)
«Unentschieden» (Chronologie und Hintergrund, Tages-Anzeiger/Newsnet, 21.12.2014)

«Der Schweizer Presserat sistiert die Beschwerde zu „Gerigate“» (SRF News, 28.1.2016) 

 

Hinweis:
Es handelt sich hier um einen Diskussionsbeitrag für Kommunikation und Medien. Der Autor bittet um Verständnis, dass Kommentare zu den ethnischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten an dieser Stelle nicht freigeschaltet werden können. Der Autor masst sich in diesem Konflikt in keiner Art und Weise ein Urteil an.

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9 thoughts on “Krisenkommunikation zu #Gerigate: Chefredakteure auf dünnem Eis

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  2. Vielleicht ist es hohe Zeit, eine pressure group jener Journalist/innen, Autor/innen Redaktor/innen zu schaffen, die sich an gute Standards halten. Der Presserat ist da zu zahnlos.

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